Im Porträt: Stieg-Larsson-Heldin Noomi Rapace

Für die Rolle der Lisbeth Salander nahm sie sogar Boxunterricht

Geschunden, kantig, charismatisch: Lisbeth Salander aus den Stieg-Larsson-Filmen zieht Kinofans in ihren düsteren Bann. Die Rolle machte Noomi Rapace zum Star - zu Recht!

Die Aura, die sie umgibt, ist so finster wie ihr Blick. Knallhart wirkt sie, unnahbar, dabei aber immer auch ein bisschen verletzlich. Ihre Haare pechschwarz, die Augen dunkel umrandet, jede Menge Piercings im Gesicht. Wie eine Mischung aus Gruftie und Tokio-Hotel-Fan sieht Lisbeth Salander aus. Und doch ist sie, auf ganz eigene Weise: schön.

Triebtäter und skrupellose Irre pflastern ihren Weg

Die Heldin der Stieg-Larsson-Verfilmungen „Verblendung“ und „Verdammnis“, das ahnt der Zuschauer gleich, hat im Leben schon so einiges einstecken müssen. An der Seite des Journalisten klärt die junge Computerhackerin Verbrechen auf und taucht dabei in die tiefsten Abgründe menschlicher Perversion ab. Brutale Triebtäter und skrupellose Irre pflastern ihren Weg. Und trotzdem stürzt sich Lisbeth wie eine Getriebene in den Schlamassel. Der Kampf gegen das Böse ist zugleich Therapie für Lisbeths geschundene Seele.

Dass dieser düstere, trotzdem irgendwie charismatische Racheengel das Publikum derart in den Bann zieht, ist in erster Linie Noomi Rapace (sprich: Rapahs) zu verdanken, die sich die Rolle mit kraftstrotzender Präsenz zu Eigen macht. Zuvor war die 30-jährige Schwedin außerhalb ihrer Heimat unbekannt. Doch ihre Meisterleistung als Lisbeth katapultierte sie auf einen Schlag ins internationale Rampenlicht. 2009 war die 30-Jährige sogar für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Bisher nur Auftritte in schwedischen Fernsehserien und Filmen

Ihre erste Schauspiel-Erfahrung sammelte Noomi Rapace am Theater. Es folgten Auftritte in schwedischen Fernsehserien und Filmen, die es jedoch nicht über Skandinavien hinaus in die Kinos schafften. Die Produzenten der Stieg-Larsson-Filme wurden durch das Drama „Daisy Diamond“ auf sie aufmerksam, in dem Noomi Rapace eine ähnlich schwierige Rolle mit Bravour meistert: Sie spielt eine allein erziehende Mutter, die auf Biegen und Brechen Schauspielerin werden will und dabei ein tragisches Schicksal erleidet.

Sie lernte Boxen und Motorradfahren, auch die Piercings sind echt

Wie ernst Noomi Rapace ihren Beruf nimmt, zeigen die Mühen, denen sie sich für ihre Rolle als Lisbeth unterzog. So machte die Mutter eines kleinen Sohnes strenge Diät und nahm sogar eigens Boxunterricht, um muskulöser zu werden. Sie lernte Motorrad fahren, ließ sich einen radikalen Haarschnitt verpassen. Auch die Piercings in Augenbrauen, Lippen, Ohren und Nase sind echt.

Privat ist sie mit ihrem Kollegen Ola Rapace verheiratet, den deutsche Zuschauer aus den Wallander-Verfilmungen mit Krister Henriksson kennen könnten: An der Seite des Mankellschen Kult-Kommissars spielte er den Polizisten Stefan Lindman. In den Stieg-Larsson-Thrillern widmet sich nun also auch seine Ehefrau der Verbrechensbekämpfung. Die Reihe ist als Trilogie angelegt. Auf „Verblendung“ und „Verdammnis" (Kinostart: 4. Februar 2010), folgt voraussichtlich im Juni 2010 das Finale, „Vergebung“. Gut möglich, dass Filmfans in aller Welt Noomi Rapace danach öfter auf der Leinwand erleben werden. An Angeboten dürfte es ihr nach den genialen Auftritten als Lisbeth jedenfalls nicht mangeln.

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